Gott weiß, Kurt und Herbert trennten Welten. Doch fühlten sie beide diese eine Liebe und Leidenschaft. Für Dinge, die Erinnerungen in sich trugen und Geschichten erzählten. Dinge, die einzigartig waren. Dinge, die manchmal nützlich, manchmal nur hübsch anzusehen und manchmal beides waren.


Mein Großvater Kurt war Seefahrer. Im Arbeitszimmer meines Vaters hängt bis heute der Taufschein seiner Äquatortaufe. Ich erinnere mich, wie ich als Kind oft davor stand und mir die Zeilen gewissenhaft einprägte. In meinem kindlichen Kopf formten sich schnell allerlei Bilder: stramme Seemänner, meterhohe Wellen, ein Schiff unter dem Nachthimmel auf offenem Meer.

 

Ich überlegte mir allerlei Abenteuer für meine Seemänner. Stürmische Überfahrten, das Treffen auf fremde Kulturen. Wie mein Großvater gingen sie Skifahren in Kanada, und tanzten mit den Hula-Hula-Mädchen auf Hawaii. Als Seemann lag einem die weite Welt zu Füßen, dachte ich mir und fasste den Gedanken, Seefahrerin zu werden. 

 

Später ist daraus allerdings doch nichts geworden. Mein Vater schenkte mir vor ein paar Jahren den "Seeteufel". Felix Graf von Luckner hätte in diesem Buch nicht besser die aufregenden Abenteuer eines Seemannes beschreiben können. "Eine Hand für's Schiff und eine Hand für dich!" Dieser Auspruch hat wahrlich meine Kindheit geprägt. 

 

Opa Kurt ist nicht für immer bei der Seefahrt geblieben. Irgendwann ist er schließlich sesshaft geworden - doch die Liebe zum Meer konnte ihm keiner nehmen. Sie fand sich in seinem 'Landleben' überall wieder. Da war sein Schiff in der Flasche, die kleine Schachtel mit der Weltkarte drauf, und nicht zu vergessen all die Andenken, die er von seinen Reisen mit nach Hause gebracht hatte. 

"Wertvoll ist nicht das, was teuer ist. Wertvoll ist jenes, dem du Wert zusprichst."


Obwohl Opa Herbert kein Seemann war, kam er viel rum in der Welt. Er hatte ein Gespür für Kunst, Literatur und Musik. Noch heute kann ich mich lebhaft an seine Schallplattensammlung erinnern - mein Liebling war damals der Ententanz gepresst auf Vinyl. Was soll ich sagen, ich war klein und der Ententanz wurde stets meinem Bewegungsdran gerecht. 

 

Wenn ich nicht gerade zu seiner Musik tanzte, war ich Entdeckerin. Und zu entdecken gab es bei meinem Großvater genug. Alte Bücher, bunte Vasen, kleine Porzellanfiguren. Besonders erinnere ich mich an ein Geschicklichkeitsspiel aus Holz - man musste verschiedene Kugelartige Figuren zu einer Pyramide zusammensetzen. Oftmals verbrachte ich gefühlte Stunden, bis ich es wieder zusammengesetzt hatte.

 

Heute steht die Pyramide auf der Fensterbank in meinem Wohnzimmer. Sowieso finden sich viele Dinge von meinem Opa Herbert bei mir wieder. Schränke, Bilder, selbst meine Kaffeedose ist von ihm, oder besser gesagt meiner Oma. Die beiden gehen für mich Hand in Hand. Und genauso verhält es sich auch bei Opa Kurt. Sein Bild an meiner Wand ist nur eines von vielen Andenken an ihn.  

 

Am Ende des Tages ist eines glasklar: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Mit meinen Großväter teile ich die Leidenschaft für Dinge, die Geschichten erzählen können. 

Und so ist Kurt + Herbert nicht nur ein Onlineshop sondern auch ein Ort für Geschichten, Ideen und Inspiration.